Olympische Spiele Milano Cortina 2026 

Nach der ersten erfolgreichen Weltcup-Periode war für mich bereits klar: Ich habe alle Kriterien für die Olympischen Spiele 2026 in Milano Cortina erfüllt. Ende Januar kam dann die langersehnte Selektion – ich darf im Februar zum zweiten Mal die Schweiz bei Olympischen Spielen im Nachbarland vertreten.

Nach dem Weltcup in Goms reisten wir direkt nach Seefeld, um uns optimal auf die Spiele vorzubereiten. Nach einer Woche Trainingslager ging es weiter nach Val di Fiemme – zu meinen zweiten Olympischen Spielen.

Der 20km Skiathlon war mein erster Einsatz. Vor meinem ersten grossen Highlight, dem Sprint, wollte ich unbedingt noch ein Rennen bestreiten, um voll im Wettkampfmodus zu sein. Der Start in den Skiathlon gelang mir gut, doch schon bald machten sich erste Krämpfe bemerkbar. Das Rennen lief nicht optimal, dennoch war es eine solide Leistung, die mir den 25. Schlussrang einbrachte.

Drei Tage später stand der Klassisch Sprint an – eines meiner Highlights. Den Prolog überstand ich gut und ich wusste, dass noch viele Körner im Tank waren. Im Viertelfinal fühlte ich mich stark, lief aktiv und war voll in Angriffsposition. Die Aufstiege waren hervorragend. Doch in der letzten Abfahrt merkten wir, dass unsere Skis nicht ganz so schnell waren wie jene der Konkurrenz. Auf der Zielgeraden konnte ich Nadine Fähndrich noch überspurten, doch es fehlten lediglich 0,2 Sekunden für den Einzug in den Halbfinal. Platz 18 war eine leise Enttäuschung. Trotzdem darf ich als beste Schweizerin zufrieden sein – auch wenn ich spürte, dass an diesem Tag sehr viel möglich gewesen wäre. Doch die nächsten Rennen standen bereits vor der Tür.

Die 10km Skating liess ich bewusst aus, um für die Teamwettkämpfe zu 100 % bereit zu sein. Vier Tage später stand die Staffel an, in der ich für die Schweiz starten durfte. Nach einem offensiven Rennen meinerseits hatten nicht alle den perfekten Tag und wir klassierten uns auf dem soliden 7. Rang.

Danach folgte jedoch die grosse Enttäuschung: Am Abend wurde ich informiert, dass ich überraschend nicht im Teamsprint eingesetzt werde. Meine Form war gut und ich war überzeugt, dass die Chancen auf eine Topplatzierung sehr realistisch gewesen wären. Nachdem ich mein 10km Einzelrennen zugunsten der Teamwettkämpfe geopfert hatte – und in der gesamten Saison stets die beste Schweizerin in diese Disziplin gewesen war – traf mich diese Entscheidung besonders hart.

Für mich geht es dabei nicht nur um die Selektion an sich. Selektionen sind nie einfach und das müssen wir akzeptieren. Es geht mir um den Prozess – darum, wie alles verlaufen ist. Transparenz, Neutralität sowie eine ehrliche und offene Kommunikation sollten die Grundpfeiler eines sauberen Selektionsprozesses sein.

Nach all dem ging es mir nicht mehr gut. Ich entschied mich deshalb, auch die 50km nicht zu laufen und nach Hause zu reisen, um neue Energie zu tanken. Natürlich stand ich weiterhin auf Abruf als Ersatzathletin bereit, musste aber gleichzeitig auch Rücksicht auf mich selbst nehmen und etwas Abstand vom Sport und vom Langlauf gewinnen.

Alles in allem waren es nicht die Olympischen Spiele, die ich mir erhofft und gewünscht hatte. Doch wie sagt man so schön? Man kommt stärker zurück. 💪